Alle Menschen sind in ihrem Leben sehr kompetent wenn es darum geht Probleme zu lösen und dabei die richtige fachliche Hilfe zu finden.
Streikt das Auto oder macht Probleme, so bringen wir es zum Kfz. – Mechaniker in die Werkstatt. Funktioniert die Wasserversorgung nicht mehr oder es gibt Probleme mit dem Wasser, so rufen wir den Installateur ins Haus. Die meisten Menschen können sich in solchen Situationen nicht selbst helfen weil sie eben dieses Handwerk nicht erlernt haben.
Bei einem Knochenbruch oder Rückenschmerzen haben ebenfalls alle Menschen die Kompetenz sich an den entsprechenden Facharzt / die entsprechende Fachärztin zu wenden. Auch bei anderen Krankheiten, Schmerzen, usw. wissen wir wo wir Hilfe finden.
Warum fällt es den Leuten jedoch immer noch schwer sich bei seelischen Problemen, Störungen, Krankheiten, Ängsten, usw. an die fachliche Hilfe zu wenden? Es liegt an der Einstellung zu psychischen Krankheiten. Die meisten Menschen akzeptieren eher eine körperliche Krankheit – sie wird als vorübergehende Störung empfunden. Man kann Medikamente nehmen, sonstige Heilbehandlungen in Anspruch nehmen, sich operieren lassen, usw. Danach ist der Mensch wieder fit und geheilt. Ausnahme sind chronische (also unheilbare) Krankheiten, hier lassen sich die meisten Menschen auf eine lebenslange, begleitende Therapie ein. Dass eine Krankheit psychische Ursachen hat nehmen die Patienten nicht so gerne an. Deshalb halten sie ihr Leiden oft lange aus bis sie einen Psychotherapeuten / eine Psychotherapeutin aufsuchen.
Die Einstellung zu psychischen Krankheiten sollte positiv und normal sein, so dass Patienten sich ganz selbstverständlich fachliche Hilfe bei einem Psychotherapeuten / einer Psychotherapeutin holen. Das ist Selbstkompetenz!